Aristides de Sousa Mendes

Geschrieben von Martin am 12. April 2010 | Abgelegt unter Allgemein


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Aristides de  Sousa Mendes
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Unser Verein präsentiert seit 2008 die Ausstellung „Wer ein Leben rettet, Rettet die ganze Welt: Aristides de Sousa Mendes – Ein Beispiel für Zivilcourage“ der Öffentlichkeit, vor allem in Schulen. Es ist die erste Ausstellung überhaupt, die bisher in Deutschland über Aristides de Sousa Mendes gezeigt wird. Der portugiesische Diplomat rettete im Juni 1940 als Generalkonsul von Bordeaux rund 30.000 Menschen – unabhängig von deren Herkunft oder Glauben – vor der Verfolgung durch die Nazis, als die deutschen Truppen Frankreich besetzten. Gegen ausdrückliche Anordnungen seiner Regierung stellte de Sousa Mendes aus humanitären, rein altruistischen Motiven binnen weniger Tage zehntausende Visa für verfolgte Menschen aus, obwohl er davon keinen Vorteil hatte, sondern im Gegenteil persönliche Nachteile befürchten mußte. Weil er mit seiner Rettungsaktion gegen den Willen der portugiesischen Salazar-Diktatur verstieß, wurde er aus dem diplomatischen Dienst entfernt und verstarb in Armut.

Wie wichtig Visa für bedrohte Menschen waren zeigt auch der Fall von Anne Frank, die mit ihrer Familie von Miep Gies beschützt wurde. Hätten die verzweifelten Versuche ihres Vater rechtzeitig zu einem Visum für die Familie geführt, würde sie die Zeit des Zweiten Weltkriegs überlebt haben. Einen Artikel aus dem Tagesspiegel finden Sie hier. Dies unterstreicht die Bedeutung der von Aristides de Sousa Mendes erteilten Visa.

Auf Wunsch stellen wir gerne - begleitend zur Ausstellung – schulpädagogisches Material sowie einige Exemplare von dem – eigentlich vergriffenen – Buch „Der Gerechte von Bordeaux“ zur Verfügung.

Ein kleiner Auszug aus dem genannten Buch:
„… In Bayonne spielen sich die Dinge ein wenig anders ab … Aristides organisiert wieder eine ‚Aktion Unterschrift’, die fast drei Tage und zwei Nächte dauern wird. … Auch David und Sylvain Bromberger, damals noch Jugendliche, waren mit ihren Eltern aus Antwerpen geflohen. Sie waren auch in Bayonne. ‚Ich bin im Gedränge die Treppe hochgestiegen’, erzählt David, ‚und habe die Pässe der Familie im Konsulat abgegeben.’ – ‚Hunderte von Leuten haben dort gewartet’, fährt Sylvain fort, der auf der Straße geblieben war. ‚Und dann ist jemand heruntergekommen mit einem Beutel voller Pässe. Er hat angefangen, die Namen auszurufen. Aber nicht unseren. Dann hat er einen zweiten Beutel aufgemacht und wieder die Namen vorgelesen. Endlich hat er unsere Pässe hervorgezogen. Diesen Augenblick werde ich niemals vergessen!’ …“ (José-Alan Fralon: Der Gerechte von Bordeaux; Econ, 2001. Seite 77 – 78)

Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wenn Sie unsere Ausstellung (bspw. in einer Schule oder im Rahmen einer Veranstaltung) präsentieren möchten. Gerne klären wir mit Ihnen die weiteren Details ab.

Überblick über die Erstversion unserer Ausstellung anlässlich der Ausstellungseröffnung im Rathaus Treptow:
(Fotos von ViVer e.V./Katahrina Stillisch)

Bilder der Zweitversion unserer Ausstellung beim Tag der Mahnung und Erinnerung:
(Fotos von ViVer e.V./Martin Magdziak)

Die Präsentation der Ausstellung wurde für das Jahr 2008 materiell unterstützt durch die „Initiative Plus“ von


Projektbericht für die Berliner Bank
Pressemitteilung der Berliner Bank zur Förderung
Presseinformation des Bezirksamtes Treptow-Köpenick zur Ausstellungseröffnung in der Emmy-Noether-Oberschule

Die Ausstellung ist ab dem 18. Oktober 2009 im Rathaus Köpenick zu sehen. Die Einladung finden Sie hier.
Den Bericht zur Eröffnung der Ausstellung im Rathaus Köpenick finden Sie hier.

Am 16. November 2007 emittierte die Monnaie de Paris von Frankreich eine 10-Euro-Goldmünze (Auflage 500 Exemplare) und eine 1-½-Euro-Silbermünze (Auflage 3.000 Exemplare) zur Erinnerung an Aristides de Sousa Mendes.

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