Dora Schaul Gedenktafel

Geschrieben von Martin am 12. April 2010 | Abgelegt unter Allgemein

Dora Schaul, die während der Zeit des Nationalsozialismus aus Deutschland emigrieren musste, hatte im französischen Exil unter dem Namen Renée Fabre in der Résistance gegen die deutsche Besatzung gearbeitet.

Mit dem Ansinnen der Ehrung von Dora Schaul wandte sich der Verein im November 2008 an die SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung von Treptow-Köpenick und fand schnell Gehör. Gemeinsam mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Oliver Igel und dem SPD-Bezirksverordneten und Juso-Vorsitzenden Lars Düsterhöft wurden die Möglichkeiten engagiert und ergebnisorientiert im Dezember 2008 besprochen. Ziel sollte es danach sein, eine Gedenktafel an dem ehemaligen Wohnhaus von Dora Schaul anzubringen und dies möglichst zu ihrem 10. Todestag im Jahr 2009.

Ein von der SPD Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung von Treptow-Köpenick Anfang 2009 eingebrachter Antrag, welchem die Fraktion DIE LINKE beitrat, wurde bereits am 29. Januar 2009 mit den Stimmen fast aller Anwesenden beschlossen; einzig die NPD stimmte dagegen.

Der Beschluss lautet:
“Das Bezirksamt wird ersucht, in Zusammenarbeit mit dem entsprechenden Hauseigentümer am Hauseingang des Dammwegs 73 eine Tafel zum Gedenken an Dora Schaul zu entwerfen und anzubringen. Hierzu ist ebenso die Zusammenarbeit mit interessierten Bürgervereinen zu suchen, sodass sich die Umsetzung kostenneutral und somit zügig umsetzen lässt.”

Die Realisierung der Gedenktafel für Dora Schaul wird neben dem Verein „ViVer – Vision und Verantwortung e. V.“ von mehreren Organisationen unterstützt, darunter der SPD Alt-Treptow/Plänterwald, dem Bürgerkomitee Plänterwald mit ihrem Träger der Berliner Ehrennadel für soziales Engagement, Dr. Erhard Reddig und dem Bund deutscher Antifaschisten Treptow (BdA) mit Herrn Rolf Schiek. Auf Seiten des Bezirksamtes ist der Fachbereich Heimatmuseum mit Frau Maria Stephan zuständig. Ein erster Entwurf für die Inschrift kann im 1. Zwischenbericht des Bezirksamtes nachgelesen werden.

Die Inschrift der Gedenktafel wurde sodann nachbearbeitet. In konstruktiver Diskussion wurde sich von allen engagierten Initiativen wie folgt geeinigt:

Hier wohnte die Antifaschistin
DORA SCHAUL (1913-1999).
Während des 2. Weltkrieges kämpfte sie in
Frankreich unter dem Namen Renée Fabre in der
Résistance gegen die Nazi-Okkupation. In Brens
bei Toulouse erhielt 2006 eine Straße ihren Namen.

Die Finanzierung der Gedenktafel konnte erfolgreich und rechtzeitig abgeschlossen werden. Damit stand der Einweihung der Gedenktafel am 08. August 2009, dem 10. Todestag von Dora Schaul, nichts mehr im Wege. Die Anwohnerinfo und Einladung finden Sie hier. Finanzielle und/oder organisatorische Unterstützung leisteten neben unserem Verein folgende Personen und Grupppen (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Aktionsfonds Treptow-Köpenick; Träger: offensiv ‘91 e.V.
  • Antifa Treptow Gruppe VdN
  • Bürgerkomitee Plänterwald/Dr. Erhard Reddig
  • Bund der Antifaschisten Treptow e. V./Rolf Schiek
  • DIE LINKE. Treptow-Köpenick
  • Lars Düsterhöft, BzV
  • Dr. Hans Erxleben, BzV
  • Fachbereich Heimatmuseum/Maria Stephan
  • K.-H. und U. Gromoll
  • Ellen Haußdörfer, MdA
  • Herbst-Blatt/Ursula Eichelberger
  • Oliver Igel, BzV
  • Andy Jauch, MdA
  • Jusos Treptow-Köpenick/Robert Willemelis
  • Frida Elise Kleist
  • Christel Magdziak
  • Werner Meißner
  • Jens Neuling
  • Ilse Rubinstein
  • Familie Schaul
  • Otto Schubring
  • SPD Alt-Treptow/Plänterwald/André Rostalski
  • SPD-Fraktion in der BVV Treptow-Köpenick
  • Verein zur Förderung sozialer und kultureller Kontakte e. V./Joachim Born
  • WIR TREPTOWER
  • Beate Zimmering

Allen Unterstützerinnen und Unterstützern danken wir an dieser Stelle ganz herzlich!

Die Realisation der Ehrung von Dora Schaul durch eine Gedenktafel wurde im Jahr 2009 materiell unterstützt durch die „Initiative Plus“ von


Die handwerkliche Umsetzung der Gedenktafel erfolgt durch das Unternehmen Grana Steinmetzhütte GmbH, Filiale Berlin-Friedrichshagen, Steinmetz: Herr Otto Wipprecht.

In Anwesenheit von mehr als 110 Bürgerinnen und Bürgern, der Bezirksbürgermeisterin Gabriele Schöttler und des SPD-Polikters Kajo Wasserhövel würdigten Siegfried Stock (Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung), Oliver Igel (SPD) und Dr. Hans Erxleben (DIE LINKE.) die Antifaschistin.

Vor denen, die gekommen waren, sagte Oliver Igel (SPD): „Für uns Sozialdemokraten ist Erinnerung an mutige Menschen wichtig. Sie sollen nicht nur für uns, sondern für alle Menschen Vorbilder sein – im kritischen Hinterfragen, im Kampf gegen Diktaturen und für Demokratie.“ Dr. Hans Erxleben (DIE LINKE.) führte aus: „Dora Schaul erhält nun mit dieser Gedenktafel ein Stück Anerkennung und Ehre zurück, die ihr zu Lebzeiten im vereinigten Deutschland versagt blieb.“

Die französische Wissenschaftlerin Sterenn Le Berre, die über Dora Schaul forschte und publizierte, zeichnete den Lebensweg von Dora Schaul in der Résistance eindrucksvoll für die Anwesenden nach.

Zum Abschluss dankte Martin Magdziak (Vorstandsmitglied ViVer) allen Anwesenden für ihr Kommen und hob hervor, dass die Gedenktafel mit der erfolgten Einweihung in die bezirkliche Verantwortung übergeben wurde.

Den Schlussbericht des Bezirksamts Treptow-Köpenick finden Sie hier.

Gabi Schöttler und Kajo Wasserhövel
(Foto von ViVer e.V./Katharina Stillisch)


Siegfried Sock
(Foto von ViVer e.V./Christian Schuh)


Oliver Igel
(Foto von ViVer e.V./Christian Schuh)


Sterenn Le Berre
(Foto von ViVer e.V./Christian Schuh)


(Foto von ViVer e.V./Christian Schuh)


(Foto von ViVer e.V./Christian Schuh)


(Foto von Klaus Mannewitz)
Über die Einweihung der Gedenktafel und das Engagement zur Ehrung von Dora Schaul wurde in verschiedenen Medien berichtet. Auf folgende möchten wir aufmerksasm machen:

Einen Bericht über die im Jahre 2006 erfolgte Straßenbenennung in Frankreich findet sich hier: DRAFD Information, Juni 2006.

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